Über uns

Finance Watch ist ein gemeinnütziger Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, das Finanzgewerbe zum Wohle der Gesellschaft zu beeinflussen.

Die Mission von Finance Watch ist es, bei der Reform der Finanzregulierung die Stimme der Gesellschaft zu stärken. Dies tun wir, indem wir – als Gegengewicht zur Lobby der Finanzindustrie und ihrer privaten Interessen – als Bürgeranwalt dem Gesetzgeber das Gemeinwohlinteresse nahebringen und es öffentlich vertreten.

Finance Watch arbeitet nach den folgenden Grundsätzen der Vereinssatzung:

  • Die Finanzindustrie spielt eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung von Kapital, im Risikomanagement und als Anbieter von Finanzdienstleistungen. Dies hat starke Auswirkungen auf das gesellschaftliche Gemeinwohl.
  • Die wesentliche Aufgabe des Finanzsystems liegt in der transparenten und nachhaltigen Bereitstellung von Kapital für produktive Zwecke.
  • Das Finanzwesen hat gegenüber der Realwirtschaft eine dienende Funktion. Eine Lage, in der die Wirtschaft dem Finanzwesen unterordnet ist, ist nicht hinnehmbar, da dies erhebliche Schäden innerhalb ökonomischer und sozialer Strukturen hinterlässt.
  • Rentabilität ist zugleich eine legitime Zielsetzung und Voraussetzung für die Nachhaltigkeit von Finanzinstitutionen; das Gewinnstreben darf jedoch nicht zum Nachteil des Gemeinwohls ausfallen.
  • Ein Transfer von Kreditrisiken auf die Gesamtgesellschaft ist nicht akzeptabel.
  • Das übergeordnete Ziel von Finance Watch ist eine ökonomische Gesellschaftsorganisation, in der die Bedürfnisse der Realwirtschaft nach Zugang zu Kapital und Finanzdienstleistungen auf nachhaltige und transparente Weise erfüllt werden.

Wie wir arbeiten

Die Mitglieder und Mitarbeiter von Finance Watch führen folgende Aktivitäten aus:

  • Recherche: Analyse europäischer Gesetzgebungsvorschläge zur Regulierung der Finanzmärkte aus gesellschaftlicher Perspektive und die Erarbeitung von Gegenvorschlägen, Stellungnahmen, Berichten und anderen Publikationen
  • Koordinierung: sicherstellen, dass Mitglieder ihren Reichtum an Erfahrung und Wissen in Arbeitsgruppen und Recherche-Projekten austauschen können
  • Kommunikation: unsere Ergebnisse und Auffassungen durch Berichterstattung der Presse und/oder elektronischer Medien und über andere Kommunikationskanäle der Öffentlichkeit zugänglich und bewusst machen
  • Lobbyarbeit: Dialog mit Gesetzgebungsorganen, Abgeordneten, Behörden und Regulatoren über relevante Dossiers im Europäischen Parlament

Unsere Mitglieder bestehen aus 40+ Organisationen aus mehr als zwölf verschiedenen Ländern und 25+ Finanzspezialisten und Akademikern. Beim Erarbeiten von Gegenvorschlägen zu aktuellen Gesetzesvorhaben agiert Finance Watch als Clearing House für professionelle Fachkenntnisse, indem wir entsprechende Arbeitsgruppen bilden.

Unsere Mitarbeiter bilden ein kleines, jedoch wachsendes Team von Finanzexperten, Kommunikationsspezialisten und Lobbyisten, die die Kernaktivitäten von Finance Watch wahrnehmen.

Geschichte

Im Sommer 2010 sah sich eine Gruppe von Europaabgeordneten, die seit der Finanzkrise mit immer mehr technischen Gesetzen zur Regulierung der Finanzmärkte befasst waren, mit Kontaktanfragen von Repräsentanten der Finanzindustrie regelrecht überschwemmt.

Innerhalb dieser Gruppe von 22 Abgeordneten wuchs die Besorgnis, dass ein Unausgewogenheit der Lobbies zu undemokratischen Ergebnissen führen könnte, da Reformvorschläge zur Regulierung der Finanzindustrie auf ihrem Weg hin zur Gesetzwerdung abgeändert wurden. Aus diesem Grund riefen sie parteiübergreifend dazu auf, ein Gegengewicht ins Leben zu rufen. Dieser Aufruf sollte als der „Initial Call for a Finance Watch“ bekannt werden.

Diese Petition fand hohen Anklang und Unterstützung in Brüssel und darüber hinaus. In den darauf folgenden fünf Monaten unterzeichneten mehr als 160 Abgeordnete und gewählte Repräsentanten aus einer Vielzahl verschiedener Parteien und EU-Mitgliedstaaten den Aufruf.

Im Dezember 2010 finanzierten die Europaabgeordneten eine sechsmonatige Untersuchung, ob ein neues, unabhängiges Organ zur Vertretung der Stimme der Gesellschaft in der Finanzreformierung geschaffen werden kann. Dies führte zu mehr als 120 Zusammenkünften von Repräsentanten der Zivilgesellschaft und Organisationen und schließlich zu konkreten Vorschlägen für Finance Watch.

Am 28. April 2011 wurde Finance Watch als Association International Sans But Lucratif (internationaler, gemeinnütziger Verein) nach belgischem Recht eingetragen. Am 30. Juni 2011 trat in Brüssel die Gründungsmitgliederversammlung zusammen, um den Vorstand zu wählen und den Generalsekretär zu ernennen (siehe Pressemitteilung).